International Farm Youth Exchange - IFYE

Erfahrungsberichte


 

Estland

Interview für die Bauernzeitung (Johanna Knobloch, 2007):

77 Tage Estland
 
Laju: Johanna, du hast vergangenen Sommer 77 Tage in Estland verbracht. Wo ist Estland zu finden?
Johanna: Estland ist eines der nord-östlichsten EU-Staaten. Das Land ist etwa so groß wie Niedersachsen. Es grenzt an Lettland und Russland und an sehr viel Wasser. –Das bedeutet super Sandstrände!  

 

Laju: Was können wir uns unter diesem kleinen Land vorstellen?
Johanna: Flache Grünland-, Wald- und Sumpfgebiete, alte Holzhäuser mit Sauna, unkomplizierte Menschen und Internetzugang als Grundrecht für jeden Bürger.
 

Laju: Wie bist du auf die Idee gekommen nach Estland zu reißen?
Johanna: Ich habe im Internet von dem sogenannten International Farm Youth Exchange (IFYE) gelesen. Es ist ein Austausch speziell für Landjugendliche. Er basiert auf dem Engagement ehemaliger Programmteilnehmer (IFYEs) und freiwilligen Gastfamilien im Ausland. Dadurch wird auch für „nicht in Geld badende” Jugendliche ein Auslandsaufenthalt möglich.

Laju: Was hast du dort 11 Wochen lang gemacht?
Johanna: Ich durfte jeweils für 2-4 Wochen mit einer Gastfamilie leben. Meinem persönlichen Wunsch entsprechend waren die meisten Gastgeber mit Landwirtschaft verbunden.  So konnte ich mich auf dem Betrieb nützlich machen, in der Molkerei arbeiten, mit dem Milchauto durch das ganze Land fahren und mir die verschiedensten Betriebe anschauen… Aber natürlich standen auch  gewöhnliche Sightseeing-Touren, Wanderungen durch Sumpfgebiete, Baden im Meer und Saunaabende auf dem Programm. Auch zum Faulenzen blieb genug Zeit :-)

Laju: Was war dein schönstes Erlebnis?
Johanna: Das ist schwer zu sagen. Die positiven Erlebnisse waren so zahlreich. In besonders positiver Erinnerung habe ich die zahlreichen Saunaabende und natürlich die im Sommer sehr langen Tage. Im Juli ging schon um 4Uhr morgens die Sonne auf.


Laju: Gab es auch schwierige Zeiten?
Johanna: Von Heimweh keine Spur und mit den Gastfamilien hatte ich auch nie Probleme. Manchmal war es schwierig mit Einheimischen zusammen zu arbeiten. Viele haben eine ganz andere Arbeitsweise als wir.

 

Laju: Du hast gerade von Arbeit gesprochen. Wie sehen dort die landwirtschaftlichen Betriebe aus?

Johanna: Die durchschnittliche Betriebsgröße ist kleiner als in Deutschland, denn es gibt sehr viele Kleinstbetriebe. Die Betriebe mit Fremdarbeitskräften sind jedoch oft sehr groß. Es gibt zahlreiche Milchviehbetriebe mit mehr als 300 Kühen, es sind auch einige mit mehr als 1000 Kühen anzutreffen. Das kühle Klima ist günstig für die Milchproduktion, macht den Ackerbauern jedoch auch viele Probleme. Meist werden Sommerfrüchte angebaut. Die Erträge z.B. bei Getreide sind etwa halb so hoch wie in Deutschland. In den nächsten Jahren wird ein Fachkräftemangel in der Landwirtschaft erwartet. Aber noch sind die Löhne in Estland sehr niedrig.

 

Laju: Kannst du Estland-Interessierten einen Tipp geben? Was ist das Wichtigste während einem Estland-Aufenthalt?

Johanna: Flexibilität! Ich wurde meistens nicht über die Pläne für die nächsten Tage unterrichtet und wenn, dann wurden sie sowieso wieder geändert. Eines Tages sagte meine Gastmutter zu mir: „Close your book!“ Ich habe sie ganz verwundert angeschaut. „Hiking in National Park!“ Dann packt man eben seine Sachen und geht wandern.

 

Laju: Wo wir gerade bei Kommunikation sind, in welcher Sprache habt ihr miteinander gesprochen?

Johanna: Viele Esten, und vor allem Jugendliche, können gut Englisch. Einige können auch sehr gut deutsch sprechen. Aber vor allem mit älteren Menschen musste ich eben mit Händen und Füßen kommunizieren. Denn Estnisch ist sehr schwer zu erlernen und ich kann nur wenige Wörter. Aber ein freundliches Lächeln und dann geht das schon irgendwie… Wer jedoch Russisch spricht, sollte kaum Kommunikationsprobleme bekommen.

 

Laju: Was rätst du anderen Jugendlichen, die auch solch tolle Erfahrungen machen wollen?

Johanna: IFYE organisiert nicht nur Austausche mit Estland, sondern auch mit Norwegen und den USA. Auch der Präsident des deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, und der ehemalige Bundesvorsitzende der Landjugend, Erik Jennewein, sind IFYEs.

 

Bericht von Maike, IFYE 1996

 

Bericht von Markus, IFYE 2006

 


 

Skandinavien

 

Highlightbericht Norwegen (Jessica Rammelkamp, 2011):

Mein absolutes Highlight während meiner Reise als IFYE durch Norwegen war das letzte Wochenende in Stavanger, speziell die Wanderung auf den Preikestolen.
Das Wochenende begann damit, dass ich alle IFYEs die 3 Monate zuvor dabei waren wiedergesehen habe. Nachdem wir das Hotel bezogen haben sind wir in eine Pizzeria gegangen, haben dort gegessen und unsere Erfahrungen ausgetauscht, darüber gesprochen ob sich unsere Erwartungen erfüllt haben und was im Gegensatz zu unserer Heimat anders ist. Für mich war Norwegen nicht so eine große Umstellung, das Essen ist ähnlich wie in Deutschland, die Temperaturen auch und nach einiger Zeit konnte ich auch die Sprache teilweise verstehen. Für die IFYEs aus Thailand und Costa Rica war das anders wie sie erzählt haben. Sie kannten das Essen nicht und auch war es heißer in ihrer Heimat. Die IFYEs aus Costa Rica haben z.B. noch nie Schnee gesehen.
Am nächsten Tag ging es mit dem Taxi und dann weiter mit der Fähre zu dem Ort in dem der Preikestolen ist. Der Preikestolen, auf Deutsch der Priesterstuhl, ist ein berühmter Felsvorsprung in einem Fjord in der Nähe von Stavanger.
Die Wanderung auf den Preikestolen habe ich zusammen mit den IFYEs aus den anderen Ländern und einigen IFYEs aus Norwegen gemacht. Insgesamt hat der Weg nach oben 2 Stunden gedauert und genauso lange wieder runter. Wie man unten auf dem Bild sieht ist die gesamte Strecke 3,8 km lang, sie verläuft mal mehr, mal weniger steil über felsige oder sandige Wege. Zwischendurch war der Aufstieg wirklich schwer, da es vorher geregnet hat und die Wege teilweise sehr matschig und rutschig waren. Aber als wir dann endlich nach langer Wanderung oben waren, waren alle von der Aussicht begeistert. Wir standen oben auf dem Felsvorsprung, ohne Absicherung oder Zaun und wir hatten von dort eine atemberaubende Aussicht auf den ganzen Fjord. Nachdem wir einige Fotos geschossen haben und eine kleine Pause eingelegt haben sind wir wieder nach unten gewandert.
Abends sind wir in ein schickes Restaurant gegangen und dort gab es für alle ein leckeres 3-Gänge-Menü. Wir haben uns super unterhalten und später noch einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt von Stavanger gemacht. An dem Abend habe ich mehr partywütige junge Leute gesehen als die ganzen drei Monate über. Die letzten Stunden zusammen haben wir mit einer kleinen Tombola ausklingen lassen bevor alle ins Bett gegangen sind.
Die meisten sind am dritten Tag abgereist außer Karla aus Costa Rica und ich. Wir haben zusammen noch einen schönen Tag in Stavanger verbracht bevor wir uns auf den Weg zu einem anderen Hotel machen mussten, in dem wir meine letzte Nacht in Norwegen geblieben sind.
 

IFYEs auf dem Preikestolen 

 

Bericht von Jens Huntemann, IFYE 2011 in Finnland

 

Bericht von Jens Baaske, IFYE 2013 in Norwegen

 

 


 

USA

 

Highlightbericht Colorado & Oregon (Felix Tremöhlen, 2013):

Eigentlich ist es ziemlich schwierig, aus meiner Zeit als IFYE irgendein Highlight herauszunehmen. Diese gesamten 5 Monate, die ich von Juli bis Dezember 2013 in Colorado und Oregon verbracht habe, werden mir immer in sehr guter Erinnerung bleiben. Es war einfach eine super Erfahrung, so viele verschiedene Menschen kennenzulernen und so viel Unterschiedliches zu sehen und zu erleben.

Innerhalb von 5 Monaten hatte ich 8 Gastfamilien, im Schnitt also so alle 2-3 Wochen eine neue Gastfamilie. Die Familien unterschieden sich sehr voneinander – von einem pensionierten Lehrerehepaar in der Vorstadt der Millionenstadt Denver bis zu einer jungen Familie mit 6 Kindern auf einer Ranch in „The Middle of Nowhere“. All diese unterschiedlichen Menschen haben mich offen und freundlich als Teil ihrer Familie aufgenommen und sich darum bemüht, mir ihr alltäglichen Leben und ihr Land zu zeigen.

Ausflüge zu einigen der berühmten Nationalparks, zur Pazifikküste oder in die Rocky Mountains waren für mich sicherlich Highlights. Ebenso war aber auch das alltägliche Mitarbeiten auf den landwirtschaftlichen Betrieben immer eine tolle Erfahrung – Obsternte auf einer Plantage oder mit echten Cowboys ausreiten und in den beeindruckenden Weiten des amerikanischen Westens die Rinder zusammentreiben.

Die USA sind ein faszinierendes Land mit riesigen Städten, wunderschönen Landschaften und großen unbewohnten Landstrichen, die mich als Mitteleuropäer besonders beeindruckt haben. Die Menschen dort sind sehr freundlich, offen und gelassen. Viele von ihnen sind innerhalb weniger Wochen zu guten Freunden geworden.

Es gibt sicherlich kaum eine bessere Möglichkeit, ein anderes Land so gut kennenzulernen und einen neuen Blickwinkel auf vieles zu bekommen, als durch einen solchen Austausch.

Ich bin froh, dass ich diese Chance wahrgenommen habe.

 

 

 

Bericht (und Wegweiser) von  Neele Heinemann, IFYE 2011 

 

Interview von Lotta Schöne, IFYE 2012

 

Bericht von Caren von Kieckebusch, IFYE 2014

 

Bericht von Hubertus Kleuter, IFYE 2014

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